DIE Zukunft der
Gesundheitsversorgung
beginnt jetzt.
Unser Gesundheitswesen befindet sich im Umbruch. Auch der Landkreis Regen ist von den Auswirkungen der Krankenhausreform betroffen. Mit der Zukunftsstrategie „ARBERLANDKliniken 2035“ stellen wir uns den Herausforderungen, um die Versorgungssicherheit vor Ort langfristig sicherzustellen.
Wir wollen beste Medizin für alle – doch dafür müssen wir uns verändern.
Ziele der Krankenhausreform
Zum 01.01.2025 ist das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) in Kraft getreten. Damit angestoßen wurde die Krankenhausreform. Sie gilt als notwendig – doch ihre Umsetzung ist äußerst komplex und wirft viele Fragen für alle beteiligten Akteure auf. Unser Gesundheitssystem soll im Kern qualitativ besser, finanziell stabiler und effizienter aufgestellt werden. Wesentliche Argumente dafür lauten:
-Höhere Behandlungsqualität: Komplexe Eingriffe finden nur noch in dafür spezialisierten Kliniken mit mehr Erfahrung statt
-Krankenhäuser bekommen Geld für das Bereithalten von Leistungen, nicht nur für Behandlungen (Vorhaltefinanzierung)
-Entlastung durch eine zunehmende Ambulantisierung ohne stationären Aufenthalt
Nebenwirkungen der Reform
Was übersehen wird: Viele der im Gesetz verankerten Beschlüsse gehen zu Lasten gerade kleinerer Krankenhäuser in ländlichen Regionen, wie es etwa im Landkreis Regen der Fall ist. Aufgrund der mit strengeren Vorgaben verbundenen Krankenhausreform ergeben sich damit ganz neue Herausforderungen.
-Bestimmte medizinische Leistungen dürfen in einem Krankenhaus nur mehr angeboten werden, wenn die geforderte Mindestzahl an Fachärzten im jeweiligen medizinischen Bereich vorhanden ist
-Mögliche Umstrukturierungen wirken sich direkt auf die Qualität der wohnortnahen Versorgung aus
-Eine zwangsläufige Bündelung von Ressourcen führt zur verstärkten Konzentration von Klinikstandorten und damit oft auch zur Schließung einzelner Häuser
Zukunft der Arberlandkliniken
Die Kliniken in Viechtach und Zwiesel werden von der Bevölkerung gut angenommen. Wieso stehen also mögliche Veränderungen bevor? Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Was bedeuten verschärfte politische Vorgaben für die Arberlandkliniken?
Sobald das Bayerische Gesundheitsministerium die Krankenhausreform umsetzt, wird es womöglich medizinische Leistungen geben, die zwischen unseren Landkreiskliniken verlagert werden. Gegebenenfalls fallen bestimmte Leistungen sogar ganz weg – eben weil die Anforderungen etwa an erhöhte Personalvorgaben nicht mehr erfüllt werden können. Der Fachkräftemangel verschärft diese Situation in den nächsten Jahren weiter, gerade wenn Dienste zusätzlich rund um die Uhr sowie an Wochenenden angeboten werden müssen.
Wieso kann man die Forderungen nicht einfach ignorieren?
Erfolgt keine Umsetzung der neuen Strukturvorgaben, dürfen Krankenhäuser bestimmte Behandlungen nicht mehr anbieten. Damit entfallen Vergütungen und Pauschalen. Bei der ohnehin angespannten Wirtschaftslage würden die finanziellen Einbußen noch größer.
Wie lässt sich einer weiteren Verschlechterung der Lage entgegenwirken?
Um die gesundheitliche Versorgung für den ganzen Landkreis langfristig und verlässlich zu sichern, müssen jetzt die Weichen gestellt werden. Dazu wurde die Strategie „ARBERLANDKliniken 2035“ ausgerufen. Mit dem Ziel, für das nächste Jahrzehnt und darüber hinaus eine bedarfsorientierte und zugleich finanzierbare Lösung zu finden.
Das Thema Kliniken und medizinische Versorgung geht alle Menschen im Landkreis an, es betrifft jeden, vom Kleinkind bis zum Hochbetagten. So ist wichtig, dass alle Meinungen gehört werden. Äußere Zwänge können wir nicht steuern, wir können aber klar und deutlich gemeinsam aussprechen, was uns wichtig ist.
Landrat Dr. Ronny Raith